Saison 2004/05 im Theater am Gleis Winterthur

 

 
Saison 2005/06 im Theater am Gleis Winterthur

 

 

 

Freitag, 9. September 05, 20.15 Uhr (Saisoneröffnung)

absolut trio – Présence

 

Bettina Boller, Violine; Imke Frank, Violoncello; Stefka Perifanova, Klavier; Herwig Ursin, Sprecher

Arnold Schönberg                 Verklärte Nacht op. 4 (1899) nach dem Gedicht von Richard Dehmel

(1874-1951)                       (bearbeitet für Klaviertrio von Eduard Steuermann)

                                        Grave – Molto rallentando – A tempo – Adagio – Adagio (molto tranquillo)

Hans-Jürg Meier (1964)         la soglia sotto il soglio  UA, Auftragswerk bezogen auf Présence

Bernd Alois Zimmermann       Présence. Ballet blanc en cinq scènes pour violon, violoncelle et piano

(1918-1970)                       (1961)

    1.  Introduction et pas d'action (Don Quichotte)    2. Pas de deux (Don Quichotte et Ubu)

    3.  Solo (Pas d' Ubu)                                       4. Pas de deux (Molly Bloom et Don Quichotte)

    5.  Pas d’action et finale (Molly Bloom)

Die Musikerinnen, einzeln bereits weitherum bekannt, haben sich 2003 zusammengefunden und setzen mit diesem Programm gleich Masstäbe: zwei Klassiker des 20. Jahrhunderts und ein darauf bezogenes Auftragswerk des jungen Schweizers Hans-Jürg Meier. Présence ist ein „Ballet blanc“ mit literarischem Hintergrund, indem der Geige der Don Quichotte des Cervantes zugeordnet ist, dem Cello die Molly Bloom aus dem Ulysses des James Joyce und dem Klavier der Roi Ubu von Alfred Jarry. Gespannt können wir auf die szenische Umsetzung durch den Komponisten Mischa Käser (Regie) sein. Und dazu „verklärte Nacht“, nicht in der bekannten Version für Streichsextett, sondern in der Trio-Bearbeitung durch Schönbergs Schüler und Hauspianisten Eduard Steuermann. 

 

 

 

Donnerstag, 6. Oktober 05, 19.30 Uhr/ 20.45 Uhr

Doppelkonzert:  Fabbrica degli incantesimi  - La Follìa

 

Erik Drescher, Flöte

Salvatore Sciarrino (1947)      Fabbrica degli incantesimi - L´Opera per flauto (1977-1990)

   1  All´aure in una lontananza (1977)                         2  Hermes (1984)   

   3  Come vengono prodotti gli incantesimi ? (1985)        4  Canzona di ringraziamento (1985)

   5  Venere che le grazie la fioriscono (1989)                 6  L´orizzonte luminoso di Aton (1989)

   7  Fra i testi dedicati alle nubi (1990)

Wer das „Werk der Zaubersprüche“ spielen will, muss wahrlich ein Zauberer sein! Flirrende Flagoletts, Obertontriller, Spiel auf drei Ebenen, Klänge im Einatmen, drei- bis fünfstimmige Mehrklänge. Aber all dies ist nicht einfach Virtuosität, sondern Scairrino komponiert für den Hörer klar nachvollziehbare Entwicklungen. Der Ablauf der Musik wird vom Atemrhythmus des Spielenden bestimmt, folgt den wellenförmigen Bewegungen des ein- und ausströmenden Atems. Erik Drescher macht dies zu einem nachhaltigen Erlebnis. 

 

Rahel Cunz, Violine; Jacqueline Ott Yesilalp, Marimba

Arcangelo Correlli,                 La Follìa (1700) (arrang. Jacqueline Ott)

Martin Wettstein (1970)        La Follìa (2002) „Farinellis Flug zu den Sternen“ (für dieses Duo komponiert)

Susanne Stelzenbach (1947)/ Ralf Hoyer (1950) springen. dauern. verästeln.  (2005) UA

Aus Usbekistan                    Ranolan Masun "nicht wie eine Blütenknospe" (Arrang. einer alten Melodie)

Frangiz Ali-Zade (1947)          Aserbaidschanisches Pastorale (1998) (arrang. Jacqueline Ott)

Italien ist auch der Ausgangspunkt des zweiten Teils, mit den beiden Winterthurerinnen in einem ungewöhnlichen und ungewöhnlich virtuosen Duo. Corellis Musik wird durch den jungen Zürcher Martin Wettstein gespiegelt. Doch die Reise geht auch in den nahen Osten, nach Usbekistan mit einer traditionellen Melodie, nach Aserbaidschan zu Frangiz Ali-Zade, deren durchaus zeitgenössische Musik den Kontakt mit ihrer Tradition nicht verloren hat. Und dann eine Uraufführung, ein Duo, komponiert von einem Duo, das schon viele Werke, auch abendfüllende szenische, zusammen komponiert hat und sich von diesem Instrumenten-Duo besonders inspiriert fühlte.

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, 16. Dezember 2005, 20.15 Uhr

gestern und heute

 

Helena Winkelman, Violine; Thomas Demenga, Violoncello; Werner Bärtschi, Klavier
Camille Saint-Saëns               Klaviertrio F-dur op. 18 (1864)
1835 - 1921                        Allegro vivace – Andante - Scherzo: Presto – Allegro

Camille Saint-Saëns               Violinsonate d-moll op. 75 (1885)

                                        Allegro agitato – Adagio - Allegretto moderato - Allegro molto
Camille Saint-Saëns               Cellosonate Nr. 1 c-moll op. 32 (1872)

                                        Allegro - Andante tranquillo sostenuto - Allegro moderato
Werner Bärtschi (1950)         Klaviertrio (2005)  Uraufführung

 

2006

 

 

Freitag, 13. Januar 2006, 20.15 Uhr

Orpheus Trio Wien

Christina Neubauer, Violine; Martin Kraushofer, Viola;  Ulrike Rohland, Violoncello

Karlheinz Essl (1960)               à trois – seul (1997)

A. Webern (1883-1945)          Streichtrio op. posthumus (1925)

Hans Wüthrich (1937)             Zwei Minuten gegen das Vergessen (1978)  

Joseph Haydn (1732-1809)      Divertimento in h-moll

Max E. Keller (1947)               Farbenfahrten (2001)

 

Franz Schubert (1797-1828)     Streichtrio in B-Dur DV 471 (1816)

Michael Radanovics (1958)       Spaces for Stringtrio (1997)

Jean-Luc Darbellay (1946)        Gestes-Effleurements (1999)

 

Das Streichtrio wurde 1990 gegründet und trat beispielsweise im Wiener Konzerthaus und an den Festivals „Hörgänge“ (Wiener Konzerthaus), „Wien Modern“ (Wiener Musikverein) sowie in Schwaz auf; seine Mitglieder sind u.a. auch im Wiener Kammerorchester und im Radio Symphonieorchester tätig. Das Programm, typisch für das Orpheus Trio,  fächert die imposante Tradition Wiens auf: die Wiener Klassik, die Romantik, die sog. zweite Wiener Schule um Schönberg und schliesslich die Gegenwart. Konfrontiert wird diese Tradition mit drei zeitgenössischen Schweizer Werken.

 

 

 

 

Dienstag, 7. März 2006, 20.15 Uhr

Trio RUGA 

Walter Ifrim, Klarinetten;  Mario Porreca, Akkordeon; Johannes Nied, Kontrabass

Johannes Schöllhorn (1962)      madria (1993/94) für Klarinette, Akkordeon und Kontrabass

Stefan Wolpe (1902-1972)       Musc for any Instruments (1944/49) für Klar., Akkordeon und Kontrabass

Heinz Holliger (1939)               unbelaubte Gedanken zu Hölderlins "Tinian" (2002) für Kontrabass

Max E. Keller (1947)               calmo e furioso (2003/04) für Klarinette, Akkordeon und Kontrabass  SE

Michael Heisch (1963)             N.N. (2005) für Klarinette, Akkordeon und Kontrabass, Uraufführung Susanne Stelzenbach (1947)                gesichter (2004) für Klarinette

 

Ein Wagnis neuer Zusammenklänge: 2001 anlässlich der Weingartner Tage für Neue Musik spielten die drei Musiker „Ruga“ von Violeta Dinescu und waren vom Zusammenklang - von himmlischen Tiefen bis in teuflische Höhen - so begeistert, dass sie weiterhin als Trio arbeiten wollten. Auch ältere Musik wurde für die ungewöhnliche Besetzung umgeschrieben, in diesem Konzert ist Wolpes Werk allerdings ausdrücklich für „any instruments“ gedacht. „madria“ von Johannes Schöllhorn – von 1995 bis 2000 an der Musikhochschule Winterthur – bezieht sich auf verschlungene Weise auf vier Vokalstücke des Renaissance-Komponisten Francesco Landini, die beiden anderen Trios sind speziell für das Trio RUGA geschrieben worden, auch Heinz Holligers Solowerk ist für Johannes Nied entstanden. Und schliesslich erklingt das subtile Klarinettensolo der Berlinerin Susanne Stelzenbach.

 

 

Sonntag, 9. April 2006, 20.15 Uhr

Begegnungen

Fabio Di Càsola, Klarinette; Alena Cherny, Klavier          Susanne Zapf (Berlin) Violine

Ernst Krenek (1900-1991)        Suite für Klarinette und Klavier (1955)

Rico Gubler (1972)                 Streif(f)lichter einer Morgenstunde (1996) für Violine solo

Edison Denisov (1929-1996)     Sonata for clarinet solo (1972)

Francis Poulenc (1899-1963)     Sonata for clarinet and piano  (1962)

 

Helmut Zapf (1956)                ach B (2000) für Violine und Zuspielband

Alban Berg (1885-1935)          Four Pieces for Clarinet and Piano op.5 (1913)

Pèter Köszeghy (1971)           L'ecole du Libertinage (2002) für E-Violine mit Verzerrung

Igor Strawinsky (1882-1971)    Histoire du soldat (1920)- Suite für Violine, Klarinette und Klavier

 

Begegnungen von drei InterpretInnen aus drei Ländern und von acht Komponisten aus sechs Ländern: Das zweite Doppelkonzert der Saison bringt das renommierte Duo Di Càsola / Cherny (er gewann den 1. Preis in Genf und musizierte mit Rostropovic und Abbado, sie war Finalistin im Concours Clara Haskil und tritt mit Gidon Kremer auf) zusammen mit der jungen Berliner Geigerin Susanne Zapf, die 2002 im Alter von erst 23 Jahren den begehrten Kranichsteiner Interpretationspreises für zeitgenössische Musik gewann. Das Duo widmet sich Klassikern des 20. Jahrhunderts und wird sie aufregend-lebendig darbieten. Susanne Zapf präsentiert einerseits ein reines Violinsolo, andererseits zwei Werke, welche den Klang erweitern: Köszeghy vereinigt den klassischen und den „populären“ elektronischen Sound, Helmut Zapf geht von B(ach) aus und weitet die Klangwelt durch ein elektroakustisches Zuspiel. Am Schluss finden sich die drei MusikerInnen zusammen beim Klassiker Strawinsky.